Sophia, was darf’s sein?

„Hallo Sophia! Geht’s dir schon besser?“ beginnt Lisa das Gespräch mit der ihr so vertrauten Kundin. Sophia verzieht den Mund, lässt die Augen nach oben wandern und strahlt Lisa dann an. „Ja“, bestätigt sie, „es geht schon viel besser, heute kommt mir Neela wieder mal unter den Sattel. Ich freue mich schon darauf.“
„Das freut mich“ erwidert Lisa und setzt mit ernsterer professioneller Stimme der pflichtbewußten Apothekerin nach „Sophia, was darf’s denn sein?“
Sophia sieht sich um und deutet auf einen Wandschrank. „Nur so eine Salbe, die hilft bei solchen Verletzungen wie bei einer Dehnung der Bänder. Die würde ich sicherheitshalber gerne noch drauf tun und sie ist mir ausgegangen.“ erwidert sie schließlich. Lisa dreht sich kurz um, blickt auf den Apothekenschrank hinter sich. „Ah, ich weiß schon was du meinst. Ja, das ist ein gutes Produkt und ich brauche dafür noch nicht mal ein Rezept von dir, weil das nicht verschrieben werden muss.“
Lisa streckt sich hoch um die Salbe mit den Fingern zu erwischen, dreht sich dann wieder zu ihrer Kundin um und gibt ihr die Salbe, steckt sie in ein weißes Papier-Säckchen mit dem Logo der Apotheke zur Natter und reicht ihr die Salbe über den Schalter. Sophia zückt die Brieftasche, kramt nach einigen Scheinen und bezahlt bevor sie sich wieder verabschiedet. Vor der Apotheke hat an der Straßenseite der Polizeiwagen gehalten. Ein Kollege von Sophia sitzt am Steuer und wartet auf sie. An der Tür angekommen dreht sich Sophia noch mal um.
„Und du solltest ordentlich einparken, Lisa!“ ruft sie noch herüber. Dein Hinterrad steht über den Rand, hat es da jemand eilig gehabt?“ scherzt sie. Lisa hört aufmerksam zu, folgt Sophia dann ebenfalls zur Tür. Die beiden Frauen stehen vor der Apotheke. Lisa sieht zu ihrem Wagen hinüber, tatsächlich, sie hat schlampig eingeparkt.
„Ja, das kann passieren, wenn man vom Reitstall nicht rechtzeitig rauskommt und es dann zu eilig hat.“ kommentiert Sophia mit einem Grinsen, verabschiedet sich erneut und steigt zu ihrem Kollegen in den Polizeiwagen. Der Wagen war schon gestartet, das Auto rollt davon. Lisa überlegt kurz. Den Autoschlüssel hat sie in der Garderobe der Apotheke hineingelegt. Aber ihre Kollegin schaut schon mit Argusaugen auf die vor der Tür stehende Lisa. Sie muss schnell wieder hinein und begibt sich hinter die Verkaufstheke.
Inzwischen steht die nächste Kundin bei Lisa an der Theke und möchte etwas über den Wirkstoff einer Tablette erfahren. „Das hat mein Mann bei Ihnen hier in der Apotheke gekauft, aber ich müsste bitte wissen, ob sich das verträgt mit den anderen Sachen.“ Die ältere Dame scheint besorgt über ihren Mann zu sein. Lisa kann sich nicht erinnern das Präparat in den letzten Tagen verkauft zu haben, blickt hilfesuchend zu einer Kollegin. Die bemerkt die Situation und kommt zu Lisa dazu, blickt über ihre Schulter nach vorne auf den Tresen. „Ja, ich kann mich erinnern, das hat ihr Mann bei mir abgeholt.“ wendet sich Lisas Kollegin an die ältere Dame in der Apotheke. Daraufhin geht Lisa zur Seite und überlässt den Schalter ihrer Kollegin. Diese unterhält sich angeregt mit der älteren Dame, Lisa geht nach hinten in den Nebenraum. Sie schreibt eine kurze Nachricht an Marc. „Wie geht’s?“
Nach wenigen Sekunden kommt nur ein: „Gut, und dir?“ zurück. Lisa und Marc schreiben ein wenig hin und her, bis Lisa draußen ihre Kollegin nach ihr rufen hört. Sie geht wieder zurück in den Verkaufsraum, lässt ihr Mobiltelefon in ihrem Apothekermantel verschwinden und beginnt die nächsten Kunden zu beraten. Danach findet sie ein kurzes Zeitfenster um ihr Auto anders zu parken. „Nicht, dass mir Sophia heute noch einen Strafzettel verpasst“, denkt Lisa bei sich und grinst, es wäre eine lustige Vorstellung mit Sophia dann darüber zu diskutieren, ob der Strafzettel gerechtfertigt ist.
In der Zwischenzeit ist Sophia vom Einsatz retour im Polizeirevier angekommen und es wird schon etwa 16 Uhr. „Bald ist Dienstschluss“, freut sich Sophia.
„Hast heute noch was vor?“ will ein Kollege in der Wachstube wissen.
„Ja, ich gehe jetzt noch reiten.“
„Pass gut auf dich auf, nicht dass du morgen wieder humpelst.“ der Kollege lacht. Sophia grinst und verabschiedet sich anschließend von den Kollegen, stellt ihre Kaffeetasse in die Teeküche hinüber und geht in die Garderobe um sich umzuziehen.
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Ein Reiterhof-Krimi von Elvira G.
Elvira G. möchte herausfinden, ob ihre Geschichte aus deiner Sicht eine gute Geschichte ist. Wir veröffentlichen hier ihre Geschichte, sie möchte es noch nicht mit ihrem vollständigen Namen veröffentlichen. Sie (und wir) freuen uns über Feedback zu dieser Geschichte von dir.
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