Die Pech-Regel
„Wie geht’s dir?“ will Lucas von Sophia wissen.
Sophia wirft ihm einen schmerzverzerrten Blick zu. „Naja, ich scheine mir die Bänder im Knöchel beleidigt zu haben.“ erklärt sie, „Der Schubladentest ist aber gut gegangen. Ich soll die Pech-Regel anwenden.“ Sophia findet es trotz der Umstände gerade lustig die Fragezeichen über Lucas’ Stirn zu triggern. Sie kann nahezu dabei zusehen, wie in seinem Gehirn eine Schublade auf und zu gemacht wird und dass es natürlich Pech ist, wenn sie beim Reiten stürzt. Seinen fragenden Blick bemerkt auch der Arzthelfer im Vorzimmer der Praxis, der das Gespräch mitbekommen hat.
„Das ist nicht schlimm, sie werden das bald hinter sich haben.“ mischt sich der junge Arzthelfer ein ohne aber die Fragezeichen auf Lucas’ Stirn aufzuklären. Er grinst, Sophia grinst auch. Schließlich verlassen Lucas und Sophia die Arztpraxis wieder, er stützt sie und begleitet sie vor die Haustür. Dort soll Sophia warten, er läuft los um das Auto zu holen, damit sie nicht bis zum Parkplatz noch mit hinüber humpeln muss.
Kurz darauf sitzen die beiden in Lucas’ Auto.
„Gut, ich bringe dich nach Hause.“ erklärt Lucas.
Sophia protestiert. „Ich muss mich doch um mein Pferd kümmern!“
„Nein, das kannst du so nicht. Und falls du denkst, ich trag ich auf den Schultern durch den Stall, damit du dein Pferd streicheln kannst, das kannst du dir aus dem Kopf schlagen.“ antwortet Lucas, startet den Motor und fährt los.
Sophia murrt.
„Glaubst du, es ist alles in Ordnung bei Neela?“ will sie schließlich von Lucas wissen.
Der schaut nur verdutzt. Woher sollte er das denn nun wissen, aber diese Antwort wäre die falsche Antwort gewesen, daher überlegt er kurz, was er stattdessen antworten könnte.
„Nun ja“, Lucas macht eine Kunstpause, „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Lisa daran scheitert die Pferde zurück in den Stall zu bringen. Also gibt es wohl auch keinen Grund sich Sorgen zu machen.“ Wieder überlegt er, sieht Sophia an, die sehr wohl einen besorgten Blick macht. „Du kannst ja Lisa einfach eine kurze Nachricht schicken und fragen, ob alles okay ist.“ setzt Lucas fort.
Wortlos nimmt Sophia ihr Mobiltelefon zur Hand und beginnt im Auto eine Nachricht an Lisa zu tippen. Sie schaut auf das Display, keine Reaktion ist zu sehen. Auch die Markierung, dass Lisa bereits gelesen hat, ist nicht zu sehen.
„Und irgendwann erklärst du mir…“ fängt Lucas wieder an.
„… wozu ich eine Schublade brauche und was eigentlich das Pech daran ist?“ scherzt Sophia. „Ja, mach ich.“ So fahren die beiden wortlos zur Wohnung während Sophia stoisch auf ihr Smartphone schaut und wartet, ob es eine Antwort von Lisa gibt.
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Ein Reiterhof-Krimi von Elvira G.
Elvira G. möchte herausfinden, ob ihre Geschichte aus deiner Sicht eine gute Geschichte ist. Wir veröffentlichen hier ihre Geschichte, sie möchte es noch nicht mit ihrem vollständigen Namen veröffentlichen. Sie (und wir) freuen uns über Feedback zu dieser Geschichte von dir.
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