Marc, traust du dich reiten?
Marc wirkt verunsichert. Lisa geht zu ihm hinüber, während Lucas sich mit seiner Freundin auf den Schultern auf den Weg zum Auto ist. Sie nimmt Cosmo an den Zügeln und marschiert mit ihm auf den Bach zu, steigt mit ihrem Pferd gemeinsam in den Graben hinunter und die beiden klettern auf der anderen Seite wieder hoch auf die Wiese.
Marc kommt hinterher und springt kurzerhand über den Bach auf die andere Seite, er trägt ja nur seine weißen Sneakers, der Bach ist etwas zu tief um einfach mit Sportschuhen durch zu gehen.
„Was ist eigentlich mit der Brücke passiert?“, fragt Marc während er auf der anderen Seite des Grabens wieder zur Wiese hinaufsteigt. „Keine Ahnung“ antwortet Lisa, „Wir waren auch überrascht, darum wollten wir ja auch durch den Bach reiten. Da hat sich Neela vor irgendwas erschreckt und so ist das überhaupt alles passiert.“ erklärt sie.
Die beiden stehen nun mit den Pferden auf der anderen Seite der Wiese. Lucas und Sophia sind inzwischen etwa 30 oder 40 Meter entfernt und auf dem halben Weg zum Auto.
„Also, wie sieht’s aus?“ will Lisa von Marc wissen. „Traust du dich zum Stall mit Cosmo zurück zu reiten?“
Marc blickt zu Lisa, dann zu Cosmo, dann wieder zu Lisa. „Dass ich schon mal geritten bin, hab ich dir glaube ich erzählt, aber das ist schon etliche Jahre her. Ich glaube nicht, dass das eine gute Idee wäre mit einem Pferd, das ich nicht wirklich kenne jetzt gleich mal in der freien Wildbahn zu reiten.“
Lisa nickt. „Gut, dann bringen wir sie zu Fuß retour in den Stall.“
Das erscheint beiden sinnvoller, vor allem, weil Marc nicht wirklich gut reiten kann und obendrein natürlich auch nicht dafür angezogen ist. Er würde auch grundsätzlich einen Helm verwenden wollen, das sieht Lisa seiner Meinung nach viel zu entspannt. Aber die beiden Frauen reiten praktisch immer ohne Helme aus, was sich Marc nur schwer vorstellen könnte. Dass immer etwas passieren kann, ist ja nun auch ganz eindeutig klar geworden.
„Gut, hoffentlich ist Sophia nicht schwerer verletzt.“ meint Marc, „Sie hat ja auch wieder keinen Helm getragen und wenn sie in dem Bach auf den Kopf fällt...“ Lisa sieht zu ihm hinüber, sie bemerkt, dass das jetzt nicht nur ein allgemeiner Kommentar zur Weltlage war, sondern sehr wohl auch an sie gerichtet war.
„Ja, hoffentlich.“ murmelt Lisa nur, sie hat eigentlich keine Lust sich auf eine Diskussion über Sicherheit beim Reiten jetzt einzulassen, aber die Gedanken um den Unfall kreisen sehr wohl in ihrem Kopf. Es hat schließlich alles sehr harmlos ausgesehen und irgendwas hat Neela geschreckt und schon war es passiert.
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Ein Reiterhof-Krimi von Elvira G.
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