Die Polizei hat nichts gesagt!
„Schttt…“ machen die elektrischen Türen hinter Lisa am Hauptgebäude des Reiterhofes wieder zu, als sie durchgegangen ist. Vor der Tür begegnet sie der Tochter des Reitgutbesitzers, Viktoria, die in voller Reitmontur mit ihrem typischen roten Reit-Sakko und den schwarzen Lederreitstiefeln gerade vorbei geht. Sie hat ihr Pferd am Halfter im Schlepptau.
„Hallo“ murmelt Lisa.
„Grüß dich!“ antwortet Viktoria und bleibt kurz stehen. Neben sich hält sie ihr Pferd Nightfire an einem Strick fest.
„Naja, Bodenarbeit machen. Einen Sattel habe ich ja momentan nicht.“ Viktoria verdreht die Augen. „Aber das schadet Nightfire gar nicht, Hauptsache Bewegung. Nur für mich ist es traurig, ich würde schon gerne reiten gehen an so einem Tag, wo es nicht zu heiß ist, aber auch nicht regnet.“
„Hast du schon geschaut, woher du schnell wieder einen Sattel bekommen könntest?“ will Lisa noch wissen. Viktoria blickt nachdenklich drein. „Heute ist ja Sonntag, heute erfährt man von niemandem keine konkrete Zusage. Und ich hätte natürlich schon gerne wieder einen von den Sraosha-Sätteln, nur die sind nicht so einfach zu bekommen.“ erwidert sie.
Lisa nickt verständnisvoll – zumindest soweit man verständnisvoll dreinschauen kann, wenn einem andere sagen, dass sie gerne einen Sraosha-Sattel wollen. Ein Sattel, der das zusammengerechnete Gehalt von Lisa für einige Monate kostet. In dem Moment ist ihr nicht ganz klar, was sie zu ihr sagen soll. Das Gespräch wirkt irgendwie als wäre es an einem toten Punkt angelangt. Lisas Augen streifen an Viktoria und Nightfire vorbei hinüber zur Sattelkammer.
„Ist schon irgendwas bekannt, was mit dem Feuer gestern war?“ will sie schließlich wissen.
„Nein“, antwortet Viktoria. „Die Versicherung wird sicher die Sättel von allen unseren Kunden ersetzen. Aber du bist ja gar nicht betroffen, dich geht’s ja eigentlich gar nichts an, oder?“
Lisa schüttelt den Kopf. „Es ging mir auch nicht um die Frage nach einem Schadenersatz für die Leute, was ich wissen wollte ist, ob man irgendetwas über die Brandursache schon sagen kann.“
Viktoria blickt zur Sattelkammer hinüber, wo die angebrannte Tür mit dem geschwärzten Holz offen steht. „Nein, dazu hat die Polizei noch keine Auskunft gegeben.“ Sie macht eine Pause. „Auch das Schild über der Sattelkammer ist leider angebrannt.“ Viktoria deutet mit der Hand nach oben an die Wand vor der Sattelkammer, wo oberhalb vom Fenster das Schild mit dem Pferd darauf hängt. Auch das Schild ist vom Feuer natürlich in Mitleidenschaft gezogen worden.
„Ist das Schild wichtig?“ will Lisa etwas verwundert wissen.
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Ein Reiterhof-Krimi von Elvira G.
Elvira G. möchte herausfinden, ob ihre Geschichte aus deiner Sicht eine gute Geschichte ist. Wir veröffentlichen hier ihre Geschichte, sie möchte es noch nicht mit ihrem vollständigen Namen veröffentlichen. Sie (und wir) freuen uns über Feedback zu dieser Geschichte von dir.
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