Richtig Schritt reiten: Hilfen & Takt



Gangart Schritt: Die Fußfolge beim Pferd

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Wie funktioniert der Viertakt? Alles über die richtige Hilfengebung, das Kopfnicken und die Tempovarianten. Wir stellen hier den Schritt - unspektakulär spannend aber spektakulär wichtig - vor. Vom Mittelschritt bis zum langen Zügel: Der große Guide zur wichtigsten Grundgangart für Reiter. Außerdem: Wie du Taktfehler beim Reiten im Schritt vermeidest und welche Abfolge am Hufschlag für den Schritt korrekt ist. Der Schritt ist das Spiegelbild der Durchlässigkeit und Losgelassenheit eines Pferdes. Nur wenn ein Pferd im Schritt gelassen und im klaren Viertakt an den Hilfen des Reiters steht, können auch die anspruchsvolleren Lektionen in den schnelleren Gangarten harmonisch gelingen.

Gewidmet allen Pferdefans und Reitsport-Enthusiasten, wir stellen Informationen über Reiten, Reitsport, Ausrüstung und Reitmethoden zusammen, über die du hier mehr lernen kannst - und wir liefern auch Unterhaltung rund um Pferde-Themen.

Schritt: Das unaufgeregte Fundament der Pferdebewegung

Unter den Gangarten des Pferdes wird der Schritt im Alltag oft unterschätzt. Weil er die langsamste und unaufgeregteste Fortgebungsart ist, gilt er fälschlicherweise manchmal als bloße „Pause“ zwischen Trab und Galopp. In Wahrheit ist der Schritt jedoch die wichtigste Gangart für die mentale Entspannung des Pferdes, den behutsamen Muskelaufbau und die präzise Überprüfung der reiterlichen Hilfen.

Biomechanik des Schritts: Die vier Phasen des Hufschlags

Der Schritt ist als Gleichmaß-Viertakt definiert. Das bedeutet, dass jeder der vier Hufe einzeln nacheinander abfußt und zu hören ist. Im Gegensatz zu Trab und Galopp gibt es im Schritt keine Schwebephase – das Pferd hat immer abwechselnd zwei oder drei Hufe gleichzeitig am Boden. Dadurch ist die Bewegung für den Reiterrücken extrem schonend und weich auszusitzen.

Die exakte Fußfolge (Phasenabfolge) läuft in einer kontinuierlichen Kette ab:

  1. Phase 1: Das Hinterbein links fußt ab und landet auf dem Boden.
  2. Phase 2: Das Vorderbein links hebt ab und landet auf dem Boden.
  3. Phase 3: Das Hinterbein rechts fußt ab und landet auf dem Boden.
  4. Phase 4: Das Vorderbein rechts hebt ab und landet auf dem Boden.

Man hört im Schritt ein gleichmäßiges, rhythmisches 1 – 2 – 3 – 4. Geht dieser Takt verloren – fußen also beispielsweise Vorder- und Hinterbein derselben Seite fast gleichzeitig ab – spricht man von einem fehlerhaften „Pass“ oder „Passgang“.

Geschwindigkeit beim Reiten im Schritt

Pferde bewegen sich im Schritt in einem energiesparenden, aber fleißigen Tempo.

Unterschiedliche Schritt-Varianten beim Reiten

Je nachdem, wie viel Raum das Pferd mit seinen Hufen greift und wie stark es sich konzentriert, unterscheidet die Reitlehre vier Varianten:

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Korrekte reiterliche Hilfen im Schritt

Weil im Schritt der schwungvolle Vorwärtsdrang fehlt, schleichen sich hier am schnellsten Reiterfehler ein. Richtiges Schrittreiten erfordert ein hohes Maß an passivem Mitschwingen und feinen Impulsen.

Dem Kopfnicken folgen (Zügelhilfe)

Ein Pferd balanceiert sich im Schritt über seinen Hals aus. Das bedeutet, dass der Pferdekopf bei jedem Schritt deutlich nach vorne und hinten nickt.

Die Hilfe: Die Hände des Reiters dürfen niemals starr fixiert sein. Sie müssen dieser Nickbewegung weich aus dem Ellbogengelenk heraus folgen. Hält der Reiter die Hand fest, blockiert er die gesamte Bewegung des Pferdes bis in den Rücken.

Becken mitschwingen lassen (Gewichtshilfe)

Der Reiter sitzt tief auf beiden Gesäßknochen. Die Bewegung des Pferderückens schiebt das Reiterbecken abwechselnd links und rechts nach vorne. Diese Bewegung muss locker in der Hüfte zugelassen werden.

Wechselseitig treiben (Schenkelhilfe)

Ein häufiger Fehler ist das dauerhafte, beidseitige „Bauchquetschen“ mit den Schenkeln. Das stumpft das Pferd ab.

Hilfe: Der Reiter treibt im Schritt wechselseitig und synchron zur Bewegung. Wenn der Pferdebauch auf der linken Seite durch die Bewegung nach außen schwingt, gibt der linke Schenkel einen kurzen Impuls. Schwingt er nach rechts, treibt der rechte Schenkel.

Man treibt also immer genau dann, wenn das jeweilige Hinterbein des Pferdes gerade abfußt und nach vorne schwingt.

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