Der Rhythmus der Hufe: Die klassischen und besonderen Gangarten der Pferde
Das faszinierendste Merkmal der Fortbewegung von Pferden ist ihre Vielfalt an Bewegungsmustern. Wer reiten lernt, merkt schnell, dass sich jede Gangart im Sattel völlig anders anfühlt. Das liegt an der unterschiedlichen Abfolge der Hufschläge, dem Rhythmus und der Geschwindigkeit.
Neben den drei klassischen Grundgangarten, die jedes Pferd beherrscht, gibt es faszinierende Spezialgangarten, die genetisch verankert sind und vor allem mit Rassen wie dem Islandpferd verbunden werden. Hier ist der große Überblick über die Fußfolgen und die korrekten reiterlichen Hilfen.
©
Philippe Oursel / Unsplash QuelleDrei klassische Grundgangarten
Schritt: Die ruhige Viertakt-Bewegung
Der Schritt ist eine reine Bewegung ohne Flugphase, bei der das Pferd immer abwechselnd zwei oder drei Hufe gleichzeitig auf dem Boden hat.
- Die Fußfolge: Es handelt sich um einen Gleichmaß-Viertakt. Die Hufe fußen nacheinander in folgender Reihenfolge ab: hinten links -> vorne links -> hinten rechts -> vorne rechts.
- Die reiterlichen Hilfen: Im Schritt folgt die Reiterhand der natürlichen Nickbewegung des Pferdekopfes. Um das Tempo zu regulieren oder den Schritt zu aktivieren, treiben die Waden des Reiters wechselseitig im Rhythmus der Pferdebewegung (vortreibende Schenkelhilfe), während das Becken locker mitschwingt.
Trab: Der schwungvolle Zweitakt
Der Trab ist eine beschleunigte Gangart, bei der sich das Pferd in diagonalen Paaren vorwärtsbewegt. Zwischen den Schritten gibt es eine kurze Phase, in der alle vier Hufe in der Luft sind – die sogenannte Schwebephase.
- Die Fußfolge: Ein diagonaler Zweitakt. Es fußen gleichzeitig ab: hinten links + vorne rechts -> Schwebephase -> hinten rechts + vorne links -> Schwebephase.
- Die reiterlichen Hilfen (Antraben): Aus einem fleißigen Schritt heraus macht sich der Reiter im Kreuz fest (Körperspannung), gibt die Zügelhand minimal frei und gibt mit beiden Waden gleichzeitig einen kurzen, treibenden Impuls am Pferdebauch. Im Trab kann man entweder „Aussitzen“ (in der Bewegung mitschwingen) oder „Leichttraben“ (bei jedem zweiten Hufschlag kontrolliert aufstehen und einsitzen).
Galopp: Der dreitaktige Sprung
Der Galopp ist die schnellste der klassischen Gangarten. Er ist ein asymmetrischer Sprunglauf, bei dem man zwischen Rechts- und Linksgalopp unterscheidet – je nachdem, welche Hand beziehungsweise Körperhälfte des Pferdes weiter nach vorne greift.
- Die Fußfolge (am Beispiel des Rechtsgalopps): Ein Dreitakt mit anschließender Schwebephase. Die Abfolge lautet: hinten links -> hinten rechts und vorne links gleichzeitig -> vorne rechts (das führende Bein) -> Schwebephase.
- Die reiterlichen Hilfen (Angaloppieren zum Rechtsgalopp): Der Reiter bereitet das Pferd im Trab durch eine halbe Parade vor. Dann wird der innere (rechte) Gesäßknochen vermehrt belastet. Der innere Schenkel liegt treibend am Gurt, während der äußere (linke) Schenkel eine Handbreit hinter den Gurt gelegt wird, um die Hinterhand des Pferdes zu begrenzen und das "Anspringen" einzuleiten. Ein feiner innerer Zügel gibt die Richtung vor.
Digitale Plakatwand
©
1. Fläche: € 138 / Jahr
Online-Werbung mit einem statischen Eintrag zu einem hervorragenden Preis - das finden Sie auf dieser Plattform um Ihre Kunden und Zielgruppen mit unserer Hilfe zu erreichen. Wer zuerst kommt...
Online-Werbung Reiten & Pferde©
2. Fläche: € 148 / Jahr
Online-Werbung mit einem statischen Eintrag zu einem hervorragenden Preis - das finden Sie auf dieser Plattform um Ihre Kunden und Zielgruppen mit unserer Hilfe zu erreichen. Wer zuerst kommt...
Online-Werbung Reiten & PferdeDie besonderen Spezialgangarten
Einige Pferderassen besitzen die genetische Veranlagung zu weiteren Gangarten. Am bekanntesten sind die „Gangpferde“, allen voran das Islandpferd, das neben den drei Grundgangarten oft über Vier- oder Fünfgangqualitäten verfügt.
Tölt: Erschütterungsfreier Viertakt
Der Tölt ist die Spezialität der Islandpferde. Das Besondere für den Reiter: Da es im Tölt keine Schwebephase gibt (das Pferd hat immer mindestens einen Huf am Boden), fällt die vertikale Bewegung weg. Der Reiter sitzt völlig erschütterungsfrei und ruhig im Sattel, selbst bei hohem Tempo.
- Die Fußfolge: Exakt wie im Schritt ein Gleichmaß-Viertakt (hinten links -> vorne links -> hinten rechts -> vorne rechts), allerdings in einem deutlich höheren, oft rasanten Tempo.
- Die reiterlichen Hilfen: Um ein Islandpferd in den Tölt zu reiten, bedarf es einer feinen Abstimmung aus Versammlung und Vorwärtsdrang. Der Reiter setzt sich tief und schwer in den Sattel, macht Kreuz und Bauchmuskeln fest und treibt das Pferd mit beiden Schenkeln gegen eine leicht auffangende, aber elastische Reiterhand. Das Pferd „richtet sich auf“ und wechselt aus dem Schritt oder Trab in den Tölt.
Rennpass: Highspeed
Der Pass (oder Rennpass) wird nur von sogenannten Fünfgängern beherrscht. Es ist eine extreme Renngangart, die auf geraden Strecken über kurze Distanzen geritten wird und enorme Geschwindigkeiten erreichen kann.
- Die Fußfolge: Ein lateraler Zweitakt mit Schwebephase. Das bedeutet, die Beine derselben Körperseite bewegen sich parallel: hinten links + vorne links gleichzeitig -> Schwebephase -> hinten rechts + vorne rechts gleichzeitig -> Schwebephase.
- Die reiterlichen Hilfen: Der Rennpass wird niemals aus dem Stand oder Schritt geritten, sondern aus einem bereits sehr schwungvollen, gut kontrollierten Galopp heraus „gelegt“. Der Reiter verlagert sein Gewicht leicht nach hinten, entlastet die Zügel minimal und gibt einen massiven, treibenden Impuls, um das Pferd aus dem Galopprhythmus in die laterale Passverschiebung fallen zu lassen. Das erfordert extremes reiterliches Können und Feingefühl.
Fehler gefunden?
Wenn Sie auf der Webseite über Reiten, Ausreiten, Reitschulen, Reitunterricht und Reitferien unter der Domain horseback-riding.net bzw. eigentlich spezifisch auf dieser Seite mit der Überschrift Galopp, Tölt, Trab... die Gangarten beim Pferd einen Fehler gefunden haben, freuen wir uns über einen Hinweis. Bitte schicken Sie ein Mail an unser Content-Team und schreiben Sie uns kurz, was wir falsch gemacht haben. Im Betreff der E-Mail wird die Adresse dieser Seite mitgeschickt, damit wir den Fehler schnell finden können.