Gebisslose Zäumung: Vor- & Nachteile im Guide



Reiten ohne Gebiss: So geht die Umstellung

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Freiheit im Pferdemaul: Warum man ohne Gebiss reitet, wie es den Rücken schont und worauf du achten musst. Also ganz ehrlich, für alle Reiterinnen und Reiter, die das mal probieren wollen. Vielleicht ist es an der Zeit die Notbremse zu vergessen. Beim gebisslosen Reiten kommt es auf andere Hilfen an, Gewicht und Schenkelhilfen werden zur Priorität und das Pferd wird es dir durchaus danken.

Gewidmet allen Pferdefans und Reitsport-Enthusiasten, wir stellen Informationen über Reiten, Reitsport, Ausrüstung und Reitmethoden zusammen, über die du hier mehr lernen kannst - und wir liefern auch Unterhaltung rund um Pferde-Themen.

Freiheit im Pferdemaul: Alles über die gebisslose Zäumung

Die Vorstellung, ein Pferd ganz ohne Metallstück im Maul zu reiten, fasziniert immer mehr Reiterinnen und Reiter. Was früher oft als reine „Freizeitreiter-Mode“ oder Notlösung für schwierige Pferde abgetan wurde, hat sich längst zu einer ernstzunehmenden Alternative im modernen Pferdesport entwickelt. Doch wie funktioniert das Reiten ohne Gebiss eigentlich, wie verändern sich die reiterlichen Hilfen und was bedeutet dieser Wechsel konkret für das Pferd?

Funktionsweise der gebisslosen Zäumung

Während ein klassisches Trensengebiss direkt auf die hochempfindliche Zunge, die Laden (zahnfreier Teil des Unterkiefers) und die Maulwinkel des Pferdes einwirkt, nutzen gebisslose Zäumungen andere Druckpunkte am Pferdekopf. Je nach Modell wird der Zügelzug auf das Nasenbein, die Ganaschen, den Unterkiefer oder das Genick umgeleitet.

Das Besondere daran ist die Vielfalt der Systeme, die sich grundlegend in ihrer Wirkungsweise unterscheiden:

Gründe für den Einsatz von gebissloser Zäumung

Es gibt viele Gründe, warum Reiterinnen und Reiter auf das Gebiss verzichten:

Vorteile für die Pferde

Die Vorteile für die Pferde bei der gebisslosen Zäumung liegen wohl auf der Hand - aber wir zählen sie der Vollständigkeit halber trotzdem kurz auf.

Wer sich vorstellt - und sich das vorstellen kann - eine Trense im Mund zu haben und damit gesteuert zu werden, kann sich wohl einfach ausmalen, was daran unangenehm sein könnte.

Nachteile für die Pferde

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Konsequenz beim Reiten

Wer glaubt, einfach das Gebiss weglassen zu können und genauso weiterzureiten wie bisher, wird schnell an seine Grenzen stoßen. Gebisslos reiten erfordert ein Umlernen beim Menschen. Die Konsequenz bie der Verwendung von gebisslosen Zäumungen ist im Prinzip recht einfach. Die anderen Hilfen werden viel wichtiger und relevanter und es fällt die konstante Verbindung zum Pferdemaul nicht völlig weg, aber sie ist nicht mehr mit der Feinheit machbar. Daher sind die anderen Hilfen nun Priorität, wenn du gebisslos reiten willst.

Sitz- und Gewichtshilfen werden zur Priorität

Ohne Gebiss verlierst du die „Notbremse“. Wenn ein Pferd im Maul keinen Begrenzungsreiz spürt, lässt es sich über einen bloßen Zügelzug im Ernstfall kaum stoppen. Der Reiter muss lernen, das Pferd zu $90\%$ über das Kreuz, die Gewichtsverlagerung und die Schenkel zu reiten, zu wenden und anzuhalten. Die Zäumung ist nur noch der Rahmen, nicht das Steuerungselement.

Keine konstante, ziehende Verbindung

Ein klassischer Trensengewohnheit-Fehler ist das Reiten mit einer permanenten, strammen Verbindung („Anlehnung“). Bei einer gebisslosen Zäumung führt Dauerdruck auf der Nase dazu, dass das Pferd abstumpft. Die Hilfengebung muss nach dem Prinzip Impuls und sofortiges Nachgeben erfolgen. Sobald das Pferd reagiert, MUSS der Druck weg sein.

Modifizierte Schenkelhilfen bei Kreuz-Systemen

Bei Zäumungen, die überkreuz wirken (Bitless Bridle), muss sich der Reiter bewusst sein, dass der Impuls zeitverzögert ankommt und das Pferd von der äußeren Seite begrenzt wird. Hier muss der treibende Schenkel exakt mit der Zügelhilfe abgestimmt sein, damit das Pferd nicht verwirrt wird.

Mehr als nur ein Trend: Gebisslose Zäumung

Gebisslose Zäumungen sind weit mehr als ein Trend – sie sind ein großartiges Werkzeug für mehr Pferdewohl und eine Überprüfung des eigenen reiterlichen Könnens. Sie zeigen schonungslos auf, wie unabhängig und ausbalanciert der eigene Sitz tatsächlich ist. Wer die Anatomie des Pferdekopfes respektiert, das passende System wählt und bereit ist, primär über Gewicht und Schenkel zu kommunizieren, wird mit einem zufriedenen, losgelassenen Partner belohnt, der auch ohne Metall im Maul treu an den Hilfen steht.

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