Was braucht mein Pferd an Ausrüstung?



Sattel, Trense & Co: Ausrüstung für Pferde

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Die Ausstattung eines Pferdes ist ein komplexes Zusammenspiel aus Handwerkskunst und Biomechanik. Optische Trends sind im Reitstall zwar allgegenwärtig, doch die goldene Regel lautet immer: Passform und Schutz gehen vor Schönheit. Nur wenn das Equipment perfekt sitzt, bleibt das Pferd langfristig motiviert, gesund und ein sicherer Partner unter dem Sattel. Daher gibt es hier wirklich viele Dinge zu beachten und aus eigener Erfahrung gesprochen: Gute Beratung am Reiterhof, mit Reitkollegen und auch im Fachhandel sowie eventuell ein Gespräch mit einem Tierarzt sind eine gute Idee vor dem Ausgeben von Geld.

Gewidmet allen Pferdefans und Reitsport-Enthusiasten, wir stellen Informationen über Reiten, Reitsport, Ausrüstung und Reitmethoden zusammen, über die du hier mehr lernen kannst - und wir liefern auch Unterhaltung rund um Pferde-Themen.

Das Einmalseins der Pferdeausstattung

Wer sich mit dem Reitsport beschäftigt, merkt schnell: Das Pferd trägt beim Reiten fast so viel Ausstattung wie ein Astronaut beim Weltraumflug. Jedes Teil – im Fachjargon oft gesammelt als "Tack" bezeichnet – erfüllt einen ganz präzisen Zweck. Es geht dabei um weit mehr als nur um Tradition oder Mode. Die richtige Ausstattung schützt die Gesundheit des Tieres und ermöglicht erst die feine, harmonische Kommunikation zwischen Mensch und Pferd. Das ist für deinen ganzen Erfolg beim Reiten natürlich entscheidend, denn Reiten ist eine "Teamsportart" und das Team sind dein Pferd und du. Du bist zwar der Kapitän des Teams, aber wenn  dein Team nicht mit dir spielt, ist deine ganze "Macht" irrelevant.

Von der Lenkung über den Sitz bis hin zum Beinschutz: Hier sind die wichtigsten Elemente der Pferdeausstattung im Detail.

Zaumzeug bzw. Trense: Dein wichtigstes Kommunikationsmittel zum Pferd

Das Zaumzeug liegt am Kopf des Pferdes und dient primär der Richtungs- und Tempokontrolle. Die klassische Variante ist die Trense. Sie besteht aus einem System aus Lederriemen (Reithalfter, Stirnriemen, Genickstück) und zwei entscheidenden Komponenten:

Wichtig: Ein Gebiss darf niemals Schmerzen verursachen. Es dient im modernen Reitsport als feines Signalwerkzeug, das eine extrem sanfte Reiterhand erfordert. Alternativ gibt es auch gebisslose Zäumungen (z.B. Sidepull oder Hackamore), die Druck auf den Nasenrücken statt auf das Maul ausüben.

Sattel: Deine Brücke zum Pferderücken

Der Sattel ist das Bindeglied zwischen Reiter und Pferd. Seine wichtigste Aufgabe ist es, das Gewicht des Reiters gleichmäßig auf der tragfähigen Muskulatur links und rechts der Wirbelsäule zu verteilen. Die Wirbelsäule selbst und der empfindliche Widerrist müssen komplett frei von Druck bleiben.

Je nach Disziplin unterscheidet sich die Bauart massiv:

Zum Sattel gehört unverzichtbares Zubehör: Der Sattelgurt fixiert den Sattel am Pferdebauch, die Steigbügel geben den Füßen Halt und die Schabracke (Sattelunterlage) schützt das Leder vor Pferdeschweiß.

Wichtig zu beachten: Pferde verändern sich durch Muskelaufbau, Training oder Alter im Körperbau. Ein Sattel muss daher regelmäßig (mindestens einmal im Jahr) von einem professionellen Sattler kontrolliert und angepasst werden.

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Halfter und Strick: Alltag und Bodenarbeit

Das Halfter darf nicht mit dem Zaumzeug verwechselt werden. Es wird nicht zum Reiten verwendet, sondern im täglichen Umgang am Boden – zum Führen, Anbinden beim Putzen oder auf der Weide.

Es besteht meist aus robustem Nylon oder weichem Leder und besitzt im Gegensatz zur Trense kein Gebiss. In die Ringe des Halfters wird der Strick (Führstrick) eingeklinkt. Wenn ein Pferd beim Putzen oder Beschlagen fixiert werden muss, wird es stets am Halfter und niemals an der Trense angebunden, um Verletzungen im empfindlichen Maul zu verhindern.

Gamaschen und Hufglocken: Schutz für empfindliche Beine

An den Unterschenkeln des Pferdes liegen die Sehnen und Knochen direkt unter der Haut – es gibt dort kein schützendes Muskelgewebe. Deshalb ist ein mechanischer Schutz beim Sport unerlässlich.

Hufeisen: Das Schuhwerk des Pferdes

Nicht jedes Pferd benötigt Hufeisen; viele Freizeitpferde laufen „barhuf“. Doch im Reitsport, bei intensiver Nutzung auf harten Böden oder bei bestimmten Fehlstellungen ist ein Hufschutz unumgänglich.

Der klassische Eisenbeschlag wird vom staatlich geprüften Hufschmied etwa alle sechs bis acht Wochen erneuert. Dabei wird das Horn des Hufs wie ein Fingernagel gekürzt bzw. mit einer überdimensionalen "Nagelfeile" abgeschliffen und das glühende oder kalte Eisen passgenau aufgenagelt.

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