Reitgerten & Peitschen - Hilfsmittel statt Strafwerkzeug



Reitgerte: Präziser Signalgeber statt Strafwerkzeug

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Wunderbares Kommunikationsinstrument zwischen Reiterin / Reiter und dem Pferd kann die Reitgerte oder Reitpeitsche sein. Dazu muss man sie aber eher einsetzen wie den Taktstock eines Dirigenten bei einem Orchester und nicht wie die Peitsche eines mittelalterlichen Strafkommandos. Die Reitgerte dient überhaupt nicht zur Bestrafung, sie ist als Instrument für die Aufmerksamkeit des Pferdes gedacht. Was die Reitgerte eigentlich sagen will: Achte auf die Schenkelhilfen!

Gewidmet allen Pferdefans und Reitsport-Enthusiasten, wir stellen Informationen über Reiten, Reitsport, Ausrüstung und Reitmethoden zusammen, über die du hier mehr lernen kannst - und wir liefern auch Unterhaltung rund um Pferde-Themen.

Gerte beim Reiten: Präziser Signalgeber statt Strafwerkzeug

Neben Schenkeln und Zügeln gehört sie zu den bekanntesten Hilfsmitteln im Reitsport: die Gerte (oder in ihrer längeren Form, die Peitsche). Doch kaum ein Ausrüstungsgegenstand wird von Laien so oft missverstanden und im Alltag so häufig falsch eingesetzt.

In der klassischen Reitlehre ist die Gerte niemals ein Instrument zur Bestrafung oder ein Ventil für Frust. Sie dient als verlängerter Arm des Reiters, um Signale zu verfeinern, die Hinterhand des Pferdes zu aktivieren oder die Aufmerksamkeit zu lenken. Wie man sie korrekt hält, welche Arten es gibt und worauf bei der Anwendung zwingend zu achten ist, erklärt dieser Ratgeber.

Korrekte Haltung und Nutzung im Sattel

Die beste Gerte ist nutzlos, wenn sie den Reiter in seiner eigenen Balance stört. Daher ist die richtige Handhabung das Fundament für einen pferdegerechten Einsatz.

Wie wird die Reitgerte gehalten?

Wie wird die Reitgerte richtig genutzt?

Die Gerte wird durch ein feines, kurzes Drehen oder leichtes Schütteln aus dem Handgelenk eingesetzt. Die Zügelverbindung zum Pferdemaul darf dabei niemals unterbrochen oder unruhig werden. Das Problem: Du hast nur zwei Hände, es ist daher für unsichere Reiterinnen und Reiter gar nicht so einfach einerseits die Gerte zu steuern, andererseits aber die Zügelverbindung zum Pferdemaul gut aufrecht zu erhalten.

Die unterschiedlichen Gerten- und Peitschenarten

Je nach Disziplin und Einsatzzweck variieren Länge, Flexibilität und Balance der Gerten erheblich:

Dressurgerte (Länge: ca. 110 – 140 cm)

Springgerte / Turniersprunggerte (Länge: ca. 50 – 75 cm)

Fahr- und Longierpeitsche (Länge: ab 160 cm bis über 200 cm)

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Die Materialien: Von klassisch bis High-Tech

Gerten müssen extrem leicht sein, um den Reiterarm nicht ermüden zu lassen, gleichzeitig aber elastisch und unzerbrechlich:

Vor- und Nachteile der Gertenanwendung

Vorteile:

Nachteile & Risiken:

4 Tipps für die richtige Anwendung der Reitgerte

Wenn du mit einer Gerte reitest, solltest du folgende Grundregeln stets im Hinterkopf behalten:

  1. Erst der Schenkel, dann die Gerte: Die Gerte ist niemals die erste Hilfe! Wenn dein Pferd nicht auf deinen treibenden Schenkel reagiert, gibst du die Hilfe ein zweites Mal zusammen mit einem leichten Touch der Gerte. Die Gerte sagt dem Pferd nur: "Hör auf meinen Schenkel!".
  2. Kontrolliere deine Emotionen: Benutze die Gerte niemals, wenn du wütend, frustriert oder ungeduldig bist. Jede Gertenhilfe muss absolut emotionslos, sachlich und wohlüberlegt erfolgen.
  3. Die Gerte wechselt die Hand: Wenn du die Hand wechselst (also die Richtung in der Bahn änderst), wechselt die Gerte in der Regel in die neue innere Hand. So kannst du das innere Hinterbein des Pferdes in den Wendungen optimal unterstützen. Nimm dir Zeit, das Umgreifen der Gerte im Halten zu üben, ohne am Zügel zu ziehen.
  4. Achte auf die Turnierschnitt-Regeln: Wenn du Turniere reitest, informiere dich genau über die Leistungsprüfungsordnung (LPO). In vielen Prüfungen ist die Länge der Gerte streng limitiert (z. B. maximal 120 cm inklusive Schlag in der Dressur), oder das Mitführen einer Gerte ist in der Prüfung komplett verboten.

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