Bring Gläser mit, wir müssen reden.

Vincent von Senftenberg spaziert durch den Garten der Villa am Pool vorbei und schreitet ins Haus hinein. Er ist ein wenig erschöpft, der Jagdausflug war anstrengend. Sein Gewehr und seine Ausrüstung stellt er neben dem Hauseingang auf der Terrasse ab und betritt dann die Villa.
Dort hat sich Viktoria, seine Tochter, auf eine Couch vor den Fernseher gesetzt.
„Ah, ich sehe, du hast dich schon für deine abendlichen Aktivitäten umgezogen?“ Die Frage von Vincent von Senftenberg klingt weniger wie eine wirkliche Frage. Viktoria, die sich gerade eine spannende Serie auf dem TV-Bildschirm ansieht, schreckt kurz auf.
„Oh, Vater, ich habe dich nicht gehört.“ erklärt sie, nimmt die Beine vom Couchtisch herunter, streicht sich kurz durch die Haare und zaubert sich eine Lächeln ins Gesicht. Vincent von Senftenberg steht mitten im Wohnsalon der Villa. „Nein“, setzt Viktoria fort, „ich werde am Abend gar nicht ausgehen, ich wollte einfach nur nicht mehr ständig in der Reithose herumlaufen. Das gehört sich zuhause doch einfach nicht, richtig?“
Ihr Vater nickt zufrieden und lächelt sanft.
„Schon gut.“ meint er schließlich, richtet sich seinen Mantel ein wenig, sieht seine Tochter danach mit streng-väterlichem Blick an. „Wir müssen uns unterhalten.“
Seine Worte verunsichern Viktoria.
„Geht es um den Brand am Hof drüben? Das Feuer in der Sattelkammer?“ will Viktoria wissen. Ihr Vater winkt ab. „Nein, es geht um generelle Dinge, die wir regeln müssen und die auf meiner Agenda stehen.“.
Er dreht sich zur Seite, geht zu einer Vitrine und nimmt eine Flasche Wein heraus. Danach geht er mit der Flasche zum Tisch und stellt sie auf dem Esstisch ab.
„Wenn du herkommst, bringst du zwei Gläser für uns mit. Wir müssen reden.“ kommentiert Vincent von Senftenberg mit auffallend väterlicher Stimme. Ein wenig Nervös macht Viktoria dieses Verhalten ihres Vaters durchaus, er scheint ernste Anliegen zu haben und sie ist sich nicht ganz sicher, ob sie etwas falsch gemacht hat. Pflichtbewußt steht Viktoria von der Couch auf, knipst mit einem Tastendruck auf die Fernbedienung den TV-Apparat aus, geht zu einem Wandschrank und greift sich zwei Weingläser bevor sie mit ihren hellblauen High-Heels in Richtung Esstisch mit einem „Klack-klack-klack“-Geräusch schreitet. Vincent von Senftenberg zieht die Augenbrauen hoch. „Ja, deine Fußbekleidung ist nicht jedes Bodens Freude.“ kommentiert er gewitzt. Viktoria errötet.
„Soll ich die Schuhe ausziehen?“ fragt sie. Ihr Vater aber winkt ab. „Kein Problem“, erwidert er, „Setz dich zu mir.“ Er hat sich auf den ersten Stuhl an der Tischecke gesetzt und deutet mit der Hand auf den Stuhl neben ihm. Normalerweise, wenn Viktoria mit ihrem Vater gemeinsam isst, dann sitzen sie gegenüber. Nun setzt sich Viktoria neben ihren Vater.
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Ein Reiterhof-Krimi von Elvira G.
Elvira G. möchte herausfinden, ob ihre Geschichte aus deiner Sicht eine gute Geschichte ist. Wir veröffentlichen hier ihre Geschichte, sie möchte es noch nicht mit ihrem vollständigen Namen veröffentlichen. Sie (und wir) freuen uns über Feedback zu dieser Geschichte von dir.
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