Ein Bein muss gekühlt werden

„Sie hat noch nicht zurück geschrieben!“ murrt Sophia ihrem Freund zu. Lucas zuckt mit den Schultern, es ist eine Tatsache, die er im Moment auch nicht verändern kann. Er parkt den Wagen vor dem Haus ein in dem Sophia’s Wohnung ist, steigt aus und holt Sophia auf der Beifahrerseite ab.
„Es geht schon“ murrt Sophia, als er ihr die Hand reichen will um ihr beim Aussteigen zu helfen. Dass das eine Lüge war, ist schnell entlavt, als sie mit dem Fuß am Boden ankommt, zuckt sie vor Schmerzen zusammen.
„Ja, auch wenn es schon geht, ist es sicher besser, wenn ich dir helfe.“ mein Lucas gefällig oder abschätzig, je nach dem, wie man diese Wortmeldung betrachten möchte. Sophia ergibt sich ihrem Schicksal, soll der Mann doch denken er wäre wichtig, überlegt sie. Gestützt von Lucas gelangt Sophia schließlich in die Wohnung, dort führt der Weg direkt auf die Ledercouch im Wohnzimmer.
„Kannst du mir ein Handtuch nass machen und gleich einfrieren?“ will sie von ihm wissen.
Lucas nickt, geht ins Badezimmer, besorgt ein Handtuch, macht es nass und schlichtet es in die Gefriertrue.
„Ich soll etwas eiskaltes draufgeben.“ erzählt Sophia. „Das ist das E in Pech“. Sie grinst. Lucas grinst auch, es ist also eine Abkürzung. „Wofür steht das Pe?“. „Pause“ murrt Sophia. „Ich soll Pause machen oder anders gesagt, ich soll Ruhe geben.“ Sie sieht seinen Gesichtsausdruck, der gemein, hinterhältig oder auch zufrieden ist. Das ist für Sophia in dem Moment gar nicht akzeptabel. „Nicht einmal darüber nachdenken!“ wirft sie ein.
„Worüber?“ fragt Lucas mit hochgradig unschuldiger aufgesetzter Mine und kann sein Grinsen nicht verbergen.
„Genau darüber.“ grummelt Sophia ihn an. „Gib mir irgendwas, was in der Gefriertruhe ist und gefroren ist.“
Lucas bringt ihr eine Packung Röstgemüse aus dem Gefrierschrank. „Sind Karotten und Brokkoli und Erbsen okay?“ will er wissen.
„Das ist doch ganz egal. Ich hab jetzt keinen Hunger. Ich muss das Zeug auf meinen Knöchel legen!“ schimpft Sophia. Lucas bringt Röstgemüse. Gefroren. Während Sophia wieder auf ihr Telefon starrt um eine Rückmeldung von Lisa zu sehen, verschwindet Lucas im Schlafzimmer. „Ich zieh’ mir mal was anderes an.“
„Gut so.“ murrt Sophia.
Lucas überhört die Bemerkung. Absichtlich. Nach einiger Zeit ist er retour im Wohnzimmer, setzt sich zu ihr auf die Couch auf die Armlehne auf der Seite, wo sie mit ihrem Kopf liegt.
„Oh, so kann man dich ja sogar in der freien Wildbahn sehen!“ kommentiert Sophia sarkastisch seinen neuen Look mit weißem T-Shirt und Jeans. Lucas ignoriert die Bemerkung. Er weiß natürlich, dass Sophia kein Fan von Camouflage-Tarnmuster ist, obwohl sie ihn in dem Aufzug damals kennengelernt hat.
Die beiden unterhalten sich eine Weile. Schließlich rafft sich Lucas auf und geht zum Gefrierschrank. „Ich glaube, das Handtuch sollte jetzt kalt sein.“ kommentiert er seine eigenen Aktivitäten, öffnet den Schrank, greift sich das Handtuch und bringt es Sophia. Er legt es unter ihre Beine, wickelt damit den Knöchel von Sophia ein. Sie zuckt zusammen wegen der Schmerzen und wegen der Kälte des Handtuchs.
„Kommst du zurecht?“ will Lucas wissen.
Sophia nickt.
„Na gut, wenn ich hier nichts für dich machen kann, dann kann ich vielleicht mal schauen, wie es deinem Pferd geht?“, fragt er. Sophia nickt innerlich glücklich. „Ja, das ist eine gute Idee. Fahr mal zum Stall rauf, und schau ob alles in Ordnung ist.“
Lucas verlässt die Wohnung und setzt sich ins Auto.
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Ein Reiterhof-Krimi von Elvira G.
Elvira G. möchte herausfinden, ob ihre Geschichte aus deiner Sicht eine gute Geschichte ist. Wir veröffentlichen hier ihre Geschichte, sie möchte es noch nicht mit ihrem vollständigen Namen veröffentlichen. Sie (und wir) freuen uns über Feedback zu dieser Geschichte von dir.
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