Gangart Galopp: Schrittfolge & Hilfen



Galoppieren lernen: Die richtige Hilfengebung

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Auch mehrere Kilometer auf einmal kann ein Pferd einen normalen Galopp schaffen, das ist etwas, was man beim Ausreiten zumeist nicht probieren kann, weil es solche Strecken in vielen Regionen einfach nicht gibt. Was den Galopp beim Reiten ausmacht und was er auch für Pferde bedeutet, das haben wir hier zusammengestellt. Und außerdem zeigen wir dir die korrekten reiterlichen Hilfen für den Galopp, damit das auch gut funktioniert.

Gewidmet allen Pferdefans und Reitsport-Enthusiasten, wir stellen Informationen über Reiten, Reitsport, Ausrüstung und Reitmethoden zusammen, über die du hier mehr lernen kannst - und wir liefern auch Unterhaltung rund um Pferde-Themen.

Galopp: Vom feinen Dreitakt zum kraftvollen Sprunglauf

Unter allen Gangarten des Pferdes löst der Galopp bei Reitern wohl das größte Freiheitsgefühl aus. Er ist die natürliche Fluchtgangart des Pferdes, geprägt von Dynamik, Raumgriff und purer Kraft. Doch im Vergleich zum energiesparenden Trab oder dem ruhigen Schritt stellt der Galopp völlig andere Ansprüche an die Biomechanik des Pferdes und die Koordination des Reiters.

Biomechanik des Galopps: Abfolge der Schritte

Im Gegensatz zum Zweitakt des Trabs oder dem Viertakt des Schritts ist der Galopp ein asymmetrischer Dreitakt. Da das Pferd asymmetrisch fußt, unterscheidet man immer zwischen Rechtsgalopp und Linksgalopp – je nachdem, welche Körperhälfte weiter nach vorne greift. In Kurven reitet man im Normalfall immer in dem Galopp, der zur Hand (Richtung) passt, um das Gleichgewicht nicht zu gefährden.

Am Beispiel des Rechtsgalopps sieht die exakte Schrittfolge wie folgt aus:

  1. Erster Takt: Das Pferd fußt mit dem äußeren Hinterbein ab (hinten links).
  2. Zweiter Takt: Das innere Hinterbein und das äußere Vorderbein fußen gleichzeitig ab (hinten rechts und vorne links).
  3. Dritter Takt: Das innere Vorderbein fußt ab (vorne rechts). Dies ist das sogenannte „Führbein“, das am weitesten nach vorne ausgreift.
  4. Die Schwebephase: Das Pferd stößt sich komplett ab. Für einen Moment befinden sich alle vier Hufe in der Luft, bevor der Zyklus mit dem linken Hinterbein wieder von vorne beginnt.

Was macht den Galopp für das Pferd so besonders?

Für das Pferd unterscheidet sich der Galopp grundlegend von den anderen Gangarten:

Geschwindigkeit und Ausdauer: Wie schnell und wie weit?

Der Galopp ist auf Schnelligkeit ausgelegt, verbraucht aber enorm viel Energie.

Erleben kann man diese Fähigkeit theoretisch beim Ausreiten, aber dazu ist man auch auf ein Gebiet angewiesen, das solche Galppstrecken zulässt. Reiterinnen und Reiter, die Reiturlaub in sehr dünn besiedelten Regionen gemacht haben, können oft davon berichten. In dicht besiedelten Gebieten oder in Regionen in denen es viel Verkehr gibt, bleibt man von dieser Erfahrung oft ausgeschlossen.

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Korrekte reiterlichen Hilfen zum Angaloppieren

Das Angaloppieren ist eine der komplexesten Koordinationsaufgaben für Reitschüler, da mehrere Hilfen auf den Bruchteil einer Sekunde genau zusammenwirken müssen. Um beispielsweise aus einem versammelten Trab oder einem fleißigen Schritt in den Rechtsgalopp anzuspringen, gibt der Reiter folgende Hilfen:

  1. Die Vorbereitung (Halbe Parade): Der Reiter erhöht kurz die Körperspannung und macht das Pferd aufmerksam. Das Pferd wird leicht nach rechts (innen) gestellt.
  2. Die Gewichtshilfe: Der Reiter verlagert sein Gewicht vermehrt auf den inneren (rechten) Gesäßknochen. Dadurch wird die äußere Schulter des Pferdes entlastet, damit sie frei nach vorne durchspringen kann.
  3. Die Schenkelhilfe (Das entscheidende Signal):
    • Der innere (rechte) Schenkel liegt treibend direkt am Sattelgurt, um den Vorwärtsimpuls zu geben.
    • Der äußere (linke) Schenkel wird etwa eine Handbreit hinter den Gurt gelegt. Dies ist das eigentliche Startsignal: Er verhindert, dass die Hinterhand nach außen ausbricht, und fordert das äußere Hinterbein auf, den ersten Takt des Galopps einzuleiten.
  4. Die Zügelhilfe: Der innere Zügel gibt in der Millisekunde des Angaloppierens minimal nach, um dem Pferd den Raum für den ersten Sprung zu öffnen.

Im Galopp selbst muss die Hüfte des Reiters flexibel die ausgeprägte Schaukelbewegung des Pferderückens abfedern, während die Hände ruhig stehen bleiben und eine weiche, konstante Verbindung zum Pferdemaul halten.

Linksgalopp? Ist wohl relativ einfach zu erraten, in der Anleitung jeweils das Wort "Rechts" durch "Links" ersetzen und umgekehrt das Wort "Links" durch "Rechts". Dann sollte es auch mit dem Linksgalopp klappen.

Kurzfassung rund um das Thema Galopp beim Reiten

Der Galopp vereint Kraft, Rhythmus und Eleganz. Für das Pferd bedeutet er maximale körperliche Anstrengung und Konzentration, für den Reiter fordert er eine feine Balance und exakt getaktete Hilfen. Wer lernt, die Schaukelbewegung im Sattel entspannt mitzugehen, erlebt das unvergleichliche Gefühl, mit dem Partner Pferd über den Boden zu fliegen.

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