Wassertrense beim Reiten richtig nutzen



Die Wassertrense: Funktion, Gefahren & Mythen

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Es ist das wohl am häufigsten verwendete Gebiss im Pferdemaul für die Zäumung: Die Wassertrense ist der bekannte Klassiker - ob einfach oder doppelt "gebrochen" ist sie praktisch in jedem Pferdestall anzutreffen. Die Wassertrense ist ein hervorragendes, faires Gebiss, das den Reiter zu einer ehrlichen Ausbildung zwingt. Sie ist jedoch immer nur so mild wie die Hand, die sie führt. Mit der passenden Größe, dem richtigen Material und einer feinfühligen Hilfengebung bleibt sie zu Recht das wichtigste Bindeglied im Reitsport. 

Gewidmet allen Pferdefans und Reitsport-Enthusiasten, wir stellen Informationen über Reiten, Reitsport, Ausrüstung und Reitmethoden zusammen, über die du hier mehr lernen kannst - und wir liefern auch Unterhaltung rund um Pferde-Themen.

Wassertrense: Der bewährte Klassiker im Pferdemaul unter der Lupe

Sie ist das unangefochtene Standard-Gebiss in fast jedem Sattelschrank: die Wassertrense. Egal ob beim ersten Longieren eines Jungpferdes, beim rasanten Springparcours oder beim entspannten Ausritt im Gelände – die Wassertrense gilt als das Fundament der Zäumung.

Doch obwohl sie oft als „mild“ und „anfängerfreundlich“ bezeichnet wird, birgt auch dieser Klassiker bei falscher Handhabung erhebliche Risiken für das Pferdewohl. Wie funktioniert die Wassertrense genau, welche Materialien machen Sinn, und wo liegt die Kritik aus Sicht des Tierschutzes? Unser umfassender Überblick klärt auf.

Funktionsweise: Wie wirkt eine Wassertrense?

Das unverkennbare Merkmal der Wassertrense sind ihre frei beweglichen, runden Außenringe. Das Gebissstück selbst liegt im zahnfreien Raum des Pferdemahls auf der Zunge und den Laden (den empfindlichen Kanten des Unterkiefers).

Gebrochene Wassertrense: Einfach oder Doppelt

Typische Materialien und ihre Wirkung

Die Materialauswahl bei Wassertrensen ist riesig und hat massiven Einfluss darauf, wie gerne ein Pferd das Gebiss annimmt:

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Gefahren und Tierschutz-Kritik: Der Mythos vom "lieben" Gebiss

Weil die Wassertrense das Standardgebiss für Einsteiger ist, wird sie oft fälschlicherweise als absolut harmlos deklariert. Tierschützer und Verhaltensforscher warnen jedoch vor den spezifischen Gefahren:

Wassertrense auf Turnieren und im Freizeitsport

Turniersport (Leistungssport-Bereich)

In den Disziplinen Dressur, Springen und Vielseitigkeit ist die Wassertrense bis in die mittleren Klassen hinein das vorgeschriebene Standardgebiss. In Jungpferdeprüfungen (Remonten) ist sie oft die einzig erlaubte Zäumung, da sie die ehrliche Dehnungshaltung des Pferdes am besten überprüft. Auch die Neuregelung, dass in den höchsten Dressurklassen (S-Dressur) mittlerweile optional auf Trense statt auf Kandare geritten werden darf, hat den Stellenwert der Wassertrense im Spitzensport nochmals massiv aufgewertet.

Freizeitreiterei und "Touristisches Reiten"

Unter Freizeitreitern genießt die Wassertrense ein extrem hohes Ansehen. Sie gilt als die ehrlichste Form des Reitens mit Gebiss, da sie Fehler des Reiters nicht durch Hebelkraft kaschiert. Wer sein Pferd auf Wassertrense im Gelände in allen Gangarten regulieren kann, beweist eine solide, feine Basis-Ausbildung. Allerdings weichen auch hier immer mehr Freizeitreiter auf gebisslose Alternativen aus, um dem Pferdemaul maximale Freiheit zu gönnen.

Tipps für den richtigen Einsatz der Wassertrense

Wir haben hier für alle Reiterinnen und Reit4er einige Tipps zusammengestellt, denn damit die Wassertrense ihre positive Wirkung entfalten kann, musst du auf die Details achten:

  1. Die perfekte Breite ermitteln: Das Gebiss darf weder zu eng sein (Quetschgefahr), noch zu breit (es schlottert im Maul und schlägt gegen die Zähne). Als Faustregel gilt: Wenn das Gebiss neutral im Maul liegt, sollten links und rechts zwischen dem Mundwinkel und dem Ring jeweils etwa 0,5 Zentimeter Platz sein.
  2. Die Falten-Regel bei der Höhe: Verschnalle die Backenstücke deines Zaums so, dass das Gebiss sanft im Maulwinkel liegt. Es sollten sich am Mundwinkel ein bis maximal zwei kleine Falten bilden. Zieht das Gebiss die Mundwinkel dauerhaft wie ein "Dauergrinsen" nach oben, ist es zu kurz geschnallt; hängt es zu tief, schlägt es gegen die empfindlichen Hengst- oder Schneidezähne.
  3. Nutze bei Bedarf Gebissgelatscher: Wenn dein Pferd sehr empfindliche Mundwinkel hat oder du das Durchziehen des Gebisses verhindern willst, ziehe runde Gummischeiben (Gebissscheiben) über die Ringe. Sie schützen die Haut effektiv vor dem Einklemmen.
  4. Eine ruhige Hand ist Pflicht: Da jeder Ruck ungefiltert auf den Ladenknochen trifft, gilt: Die Zügelverbindung an einer Wassertrense sollte wie ein elastisches Gummiband sein – beständig, weich und federnd aus dem Ellbogen des Reiters, niemals starr oder rückwärtsgerichtet.

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