Richtig pflegen: So halten Reitstiefel und Reißverschluss jahrelang
Ein hochwertiger Leder-Reitstiefel ist eine Investition fürs Leben – vorausgesetzt, er bekommt die richtige Pflege. Im Reitstall sind die Stiefel extremen Belastungen ausgesetzt: Aggressiver Pferdeschweiß, feuchter Mist, Sand und Matsch setzen dem Naturmaterial täglich zu. Wer hier schlampt, riskiert rissiges Leder und einen kaputten Reißverschluss.
Mit den richtigen Handgriffen und ein paar cleveren Haushalts-Tricks bleibt dein Stiefel jedoch über Jahre hinweg geschmeidig, glänzend und funktionstüchtig.

©
R. Vidmar (echonet)Tägliche Routine: Lederpflege in drei Schritten
Leder ist eine Haut und braucht Feuchtigkeit sowie Schutz. Zu viel Feuchtigkeit (z. B. durch Nässe) lässt es jedoch aufquellen, während zu viel Hitze es brüchig macht.
Schritt 1: Grobreinigung (Nach jedem Ritt)
Entferne Sand, Staub und getrockneten Matsch direkt nach dem Reiten mit einer weichen Bürste oder einem leicht feuchten Schwamm.
- Wichtig: Benutze kein kochendes Wasser und tränke das Leder nicht. Verwende für die normale Reinigung keine aggressive Sattelseife für die Stiefel – diese entzieht dem feinen Stiefelleder (das meist weicher ist als Sattelleder) zu viel Feuchtigkeit und macht es stumpf.
Schritt 2: Trocknen (Aber richtig!)
Lass die Stiefel an einem gut belüfteten Ort trocknen.
- Das absolute Tabu: Stelle Lederstiefel niemals an oder auf die Heizung und lagere sie nicht in der prallen Sonne. Das Leder trocknet sonst aus, zieht sich zusammen und wird steinhart und rissig.
- Form bewahren: Nutze immer Stiefelspanner. Ohne Spanner knickt der Stiefel im Knöchelbereich ein. Das sieht nicht nur unschön aus, sondern beschädigt das Leder nachhaltig und belastet den Reißverschluss an den Knickstellen.
Schritt 3: Nähren und Polieren
Verwende alle paar Wochen eine hochwertige Schuhcreme (am besten mit Bienenwachs-Anteil) in der passenden Farbe.
- Trage die Creme dünn auf, lass sie einziehen und poliere den Stiefel anschließend mit einem weichen Wolltuch oder einer Glanzbürste.
- Tipp für den Halt: Spare die Innenseite des Stiefels (die am Pferdesattel anliegt) beim Cremen aus oder nutze dort nur farblose Pflege. Zu viel Fett oder Creme an der Innenseite macht das Leder rutschig und kann unschöne Flecken auf dem Sattelblatt hinterlassen.
Pflege des Leders beim Reitstiefel
Mit dem Putzen der Reitstiefel ist es - vor allem bei Leder-Reitstiefeln - eben noch nicht getan. Das Leder muss auch noch entsprechend gepflegt werden um dauerhaft weich und geschmeidig zu sein. Das macht nicht nur das Reiten für den Reiter angenehmer, sondern ist auch positiv für die Übertragung der Hilfen des Reiters an das Pferd. Denn wenn Reitstiefel steif und spröde werden, können damit auch die Hilfen ungenau werden und darunter leidet letztlich das Reitvergnügen und nicht zu selten dann auch das Pferd, wenn die Hilfen intensiver werden bis zum Einsatz der Gerte...
Mit einer weichen Bürste oder einem weichen Wolltuch sollten daher in regelmäßigen Abständen auch Lederpflege-Produkte verwendet werden. Zunächst sollte die Creme dünn aufgebracht und dann mit dem Tuch oder der Bürste gut eingeschmiert und poliert werden.
Geeignet für die Lederpflege sind oftmals ganz normale Schuhcremes, wie es sie in vielen Haushalten ohnehin gibt. Natürlich sollte die Schuhcreme zum Farbton der Reitstiefel passen. Die Cremes sorgen einerseits dafür, dass das Material gut erhalten und geschmeidig bleibt und andererseits wirken sie auch wasserabweisend - denn Feuchtigkeit ist ein entscheidendes Thema bei der Langlebigkeit von Leder-Reitstiefeln.
Digitale Plakatwand

©
horseback-riding.net1. Fläche: € 138 / Jahr
Online-Werbung mit einem statischen Eintrag zu einem hervorragenden Preis - das finden Sie auf dieser Plattform um Ihre Kunden und Zielgruppen mit unserer Hilfe zu erreichen. Wer zuerst kommt...
Online-Werbung Reiten & Pferde
©
horseback-riding.net2. Fläche: € 148 / Jahr
Online-Werbung mit einem statischen Eintrag zu einem hervorragenden Preis - das finden Sie auf dieser Plattform um Ihre Kunden und Zielgruppen mit unserer Hilfe zu erreichen. Wer zuerst kommt...
Online-Werbung Reiten & PferdeSo trocknen Leder-Reitstiefel richtig
Eines der wichtigsten Probleme für den Leder-Reitstiefel ist die Feuchtigkeit. Denn Feuchtigkeit wird beim Reiten sowohl von der Innenseite des Reitstiefels durch den Schweiß des Reiters als auch von Außen durch unterschiedlichste Einflussfaktoren dem Reitstiefel zugeführt. Es ist nicht nur unangenehm sondern für die Reitstiefel auf Dauer auch schädlich, wenn man beim Reiten in feuchte Reitstiefel steigt. Aber auch wenn die Zeit drängt:
- Trocken Sie die Reitstiefel nicht an einem Heizkörper oder an einem Ofen, denn das Leder der Reitstiefel wird dadurch brüchig und spröde.
- Der richtige Ort um Reitstiefel zu trocken ist ein trockener, gut durchlüfteter Raum.
Bis Reitstiefel übrigens gut getrocknet sind, kann es eine Weile dauern. Wenn Sie also täglich reiten gehen, kann sich die Investition in ein zweites Paar Leder-Reitstiefel durchaus auszahlen, denn Leder-Reitstiefel können auch über viele Jahre hinweg in gutem Zustand sein, allerdings nur dann, wenn man sich nicht überstrapaziert oder unsachgemäß pflegt.
Der Reißverschluss: So funktioniert er länger!
Der Reißverschluss ist die Sollbruchstelle an jedem modernen Reitstiefel. Da er sehr nah am Pferdekörper liegt, setzen sich Schweißkrusten und feiner Reitbahnsand mit Vorliebe in den kleinen Zähnen fest. Wenn der Reißverschluss blockiert und man mit Gewalt zieht, ist der Schaden schnell groß.
Genialer Trick: Die Bleistift-Methode
Wenn der Reißverschluss hakt oder schwergängig ist, greife zu einem ganz normalen Bleistift (weiche Mine, z. B. 2B oder 4B).
- Wie es funktioniert: Fahre mit der Bleistiftspitze mehrmals kräftig über die geöffneten und geschlossenen Zähne des Reißverschlusses.
- Die Wirkung: Die Mine besteht aus Graphit. Graphit ist ein hervorragendes, trockenes Schmiermittel. Es legt sich als feiner Film über die Zähne, wodurch der Schlitten wieder butterweich gleitet.
- Der Vorteil: Im Gegensatz zu Öl, Fett oder WD-40 zieht trockenes Graphit keinen neuen Sand oder Staub an. Öle würden im Reitstall sofort verkleben und den Reißverschluss langfristig komplett ruinieren.
Weitere Reißverschluss-Tipps:
- Bürsten vor dem Öffnen: Gewöhne dir an, vor dem Ausziehen den Reißverschluss einmal kurz mit einer kleinen Bürste (z. B. einer alten Zahnbürste) von Sand zu befreien.
- Der Zugwinkel: Ziehe den Reißverschluss beim Schließen immer gerade nach oben und niemals im spitzen Winkel nach hinten weg.
Pflege von Gummi- und Synthetik-Reitstiefeln
Nicht jeder reitet in teurem Leder. Gerade für Einsteiger, Kinder oder als robuste „Stall- und Schmuddelwetter-Stiefel“ sind Modelle aus Gummi oder PVC extrem beliebt. Hier unterscheidet sich die Pflege fundamental:
- Der größte Vorteil: Gummi-Reitstiefel sind absolut wasserdicht und extrem anspruchslos. Du kannst sie nach dem Reiten einfach mit dem Gartenschlauch abspritzen oder mit einer harten Bürste und Spülmittel im Wassereimer schrubben.
- Kein Fett, kein Öl: Lederpflegeprodukte bewirken auf Gummi überhaupt nichts – im Gegenteil, sie hinterlassen nur einen schmierigen Film.
- Gummipflege gegen Grauschleier: Nach einiger Zeit verliert Gummi seine Weichmacher und bekommt einen weißlich-grauen Schleier. Hier helfen spezielle Gummipflegesprays (aus dem Reitsport oder Autobedarf). Sie halten das Material elastisch, verhindern, dass das Gummi spröde bricht, und bringen den matten Glanz zurück.
- Innenleben trocknen: Da Gummi keine Feuchtigkeit nach außen transportiert, schwitzt man darin schneller. Nimm herausnehmbare Innensohlen nach dem Reiten heraus und stopfe den Stiefel bei Bedarf mit Zeitungspapier aus, um Gerüche und Feuchtigkeit zu neutralisieren.
Fehler gefunden?
Wenn Sie auf der Webseite über Reiten, Ausreiten, Reitschulen, Reitunterricht und Reitferien unter der Domain horseback-riding.net bzw. eigentlich spezifisch auf dieser Seite mit der Überschrift Reitstiefel aus Leder: Richtige Pflege einen Fehler gefunden haben, freuen wir uns über einen Hinweis. Bitte schicken Sie ein Mail an unser Content-Team und schreiben Sie uns kurz, was wir falsch gemacht haben. Im Betreff der E-Mail wird die Adresse dieser Seite mitgeschickt, damit wir den Fehler schnell finden können.




